ellines.de Forum
Kind in einer Lebensgemeinschaft (ohne Heirat) unmöglich - Druckversion

+- ellines.de Forum (https://forum.ellines.de)
+-- Forum: Themenforen (/forumdisplay.php?fid=4)
+--- Forum: Gesellschaft und Soziales (/forumdisplay.php?fid=21)
+--- Thema: Kind in einer Lebensgemeinschaft (ohne Heirat) unmöglich (/showthread.php?tid=138)

Seiten: 1 2


RE: PN oder E-Mail schicken - Switzerland - 18.02.2005 14:09

Ein guter Bekannter (Schweizer) fragt mich um meinen Rat - ich möchte mich erst bei euch informieren

Er hat vor wenigen Monaten eine 27-jährige Zypriotin kennen und lieben gelernt. Beide leben in der Schweiz, die junge Frau von Geburt an. Sie ist sehr rasch mehr oder minder bei meinem Bekannten eingezogen, im Wissen ihrer Eltern und ihrer ebenso in der Schweiz lebenden Schwester.

Sie ist nun ungewollt schwanger geworden und stellt ihn vor die Entscheidung, sie entweder noch während der Schwangerschaft zu heiraten - ansonsten würde sie einen Schwangerschaftsabbruch machen und die Beziehung zu ihm beenden.
Als einen wichtigen Grund für ihre Forderung sagt sie, dass in Griechenland und Zypern uneheliche Mütter als Huren und deren Kinder als Bastarde beschumpfen würden. Ihre Eltern leben seit einigen Jahren in Griechenland (die restliche Verwandtschaft in Zypern) - sie will ihnen dies keinesfalls zumuten.

Mein Bekannter stellt sich jetzt die Frage, ob sie ihn grob gesagt erpresst, oder ob diese Vorgangsweise in Griechenland/Zypern so "üblich" ist. Ist die Sichtweise, dass unehliche Mütter "Huren" und deren Kinder "Bastarde" sind, tatsächlich die der griechischen Bevölkerung? Er freut sich über das Kind, kann sich eine Heirat grundsätzlich vorstellen, allerdings erst zu einem Zeitpunkt, wo sie sich besser kennen.

Was meint ihr dazu???


RE: Diakopes stin Ellada!!!!!! - Armin - 21.02.2005 12:12

Switzerland schrieb:... Mein Bekannter stellt sich jetzt die Frage, ob sie ihn grob gesagt erpresst, oder ob diese Vorgangsweise in Griechenland/Zypern so "üblich" ist. Ist die Sichtweise, dass unehliche Mütter "Huren" und deren Kinder "Bastarde" sind, tatsächlich die der griechischen Bevölkerung? Er freut sich über das Kind, kann sich eine Heirat grundsätzlich vorstellen, allerdings erst zu einem Zeitpunkt, wo sie sich besser kennen.

Was meint ihr dazu???


Hallo Switzerland, faktisch ist es eine Erpressung, wenn es schon heisst "Entweder .... oder"? Sagen wir mal so, es ist in Griechenland durchaus üblich, dass erst geheiratet wird, und dann bekommt man Kinder. Vorallem in den Dörfern und ländlicheren Gebieten wird darauf streng geachtet. Ich kenn jetzt nicht die Familie, bzw. wie traditionell sie eingestellt sind, aber für mich leben diese Leute hinter den Mond.

Sicher, dass die Frau auch wirklich schwanger ist? In welchem Monat ist die Frau Schwanger? Wenn man so das Messer auf die Brust gesetzt bekommt "entweder heiraten oder Schwangerschaftabbruch und Trennung" dann sollte man sich das schon mal fragen.

Kennt dein Bekannter die Eltern der Zypriotin? Wenn nicht, dann wärs an der Zeit die Leute kennenzulernen. Das hilft sicherlich bei seiner Entscheidung. Wo leben denn die Eltern? Auch in der Schweiz, oder auf Zypern?

Wenn es so Tradition ist, wie die Zypriotin es als Grund für eine Hochzeit beschreibt, würde dein Bekannter dann diese Frau noch während der Schwangerschaft heiraten wollen?

Ich denk mir halt so, wenn dein Bekannter duch die Androhung von "Schwangerschaftsabbruch und Trennung" erpressbar ist, dann ist das ein Zeichen dafür, dass er Frau und Kind liebt. Sonst wär er ja auch nicht "erpressbar". Das zeigt doch auch, dass der Mann für eine Heirat bereit ist. Hat denn die Frau keine besseren Argumente für eine Hochzeit als zu Drohen? Damit ist sie auf den besten Wege, die Liebe und das Vertrauen deines Freundes zu ihr zu zerstören.

Und wie steht die Frau zu deinem Bekannten und dem Kind?

Der Zypriotin rate ich, die Androhung von "Schwangerschaftsabbruch und Trennung" schnell wieder zu vergessen. Wer sagt, dass sie nicht trotzdem als "Hure" beschimpft werden könnte, wenn alle Zyprioten und Griechen erfahren, dass sie ein Kind abgetrieben hat, und das vielleicht nicht zum ersten Mal? Was ist schlimmer? Ein Kind abtreiben, oder ein uneheliches Kind auf die Welt bringen? Die Androhungen helfen wirklich niemanden, darum soll Sie sowas besser sein lassen. Stattdessen sollte sie sich etwas einfallen lassen, was die Partnerschaft fördert. Und wenn dann die Harmonie auf beiden Seiten stimmt, dann bin ich mir sicher klappt das auch noch mit einer Hochzeit während der Schwangerschaft. Immerhin er liebt sie doch, und kann sich vorstellen sie zu heiraten!

Aber solange Drohungen im Raum stehen sehe ich schwarz für die zwei. Er wird immer mehr verunsichert, und Sie tut sich mit Sicherheit keinen Gefallen.


- omegalos - 22.02.2005 16:07

hi
ich bin Zypriot und wurde auch geboren bevor meine Eltern geheiratet haben
Probleme gab es dabei eigentlich nicht und Druck auch nicht.
Sag ihm er soll mal lieber mit ihr und ihren Eltern reden, die meisten Zyprioten/innen (auch die Elteren) sehen das nicht alzu eng.. und ein Brauch ist es soviel ich weiß auch nicht....


RE: Ellinika ANEKDOTA - Saloniki - 22.02.2005 20:39

Hallo Arminoulis,
was den Schwangerschaftsabbruch angeht, täuscht du dich. Er ist in Griechenland und Zypern ein Mittel der Familienplanung und keine Frau braucht nachher psychologische Hilfe. Unter Frauen wird sehr offen darüber gesprochen. Ein Kind ohne Vater ist eine Schande für die meisten Familien.Du kannst in älteren Beiträgen im Forum gotohellas nachlesen, daß Griechenland und Zypern soviel uneheliche Kinder hat wie eine mitteleuropäische größere Stadt. Allerdings kann man heute auch eine gewisse Zeit so zusammenleben, die jungen Leute finden sicher nichts dabei. Aber das hat oft praktische Gründe, Ausbildung nicht fertig, keine eigene Wohnung und kein Geld, eine in den Dörfern oft kostspielige, Hochzeit zu finanzieren. Als Option ,weil ich mir nicht sicher bin ob ich heiraten will, das stellt ein traditionell erzogenes Mädchen schon vor ein Problem. Eine Nichte meines verstorbenen griechischen Mannes hat erst nach dem 2. Kind geheiratet und dann nur standesamtlich. Aber sie lebte mit dem Vater ihres Kindes und es war von Anfang klar daß sie heiraten würden, zumal sie beide von dem Dorf sind in dem sie leben. Ich habe auch ein Jahr mit meinem Mann zusammengelebt nachdem unser Sohn geboren war. Ich wollte ihm Zeit lassen darüber nachzudenken ob er für immer in Deutschland bleiben will und habe ihm unmissverständlich klar gemacht, daß ich nie bereit wäre in seinem kleinen griechischen Dorf zu leben. Unter günstigen Bedingungen eventuell in einem Touristengebiet mit naher Großstadt. Griechenland war damals nicht in der EU und ich wollte meinem Sohn die deutsche Staatsangehörigkeit sichern(ging nach der standesamtlichen Hochzeit zwar schief, aber seit seinem 7. Lebensjahr hat er beide Pässe). Ich kenne das deutsche und griechische Familienrecht und Staatsangehörigkeitsrecht so einigermaßen, aber nicht das cypriotische und das schweizerische. Auch wenn man heute oft ewig so zusammenlebt, es gibt Punkte wo der Staat Kind und Eltern besser absichert, wenn eine Ehe besteht. Halb/waisenrente, Kinderzuschläge, Witwenrente usw. Man sollte daran denken, daß man nie weiß was passiert und steht dem Kind gegenüber in der Verantwortung. Im übrigen glaube ich nicht daran, daß man sich lange kennen muß, um sicher zu sein. Wenn Liebe, Achtung und Vertrauen zusammenkommen reicht es für ein ganzes Leben. Absolute Sicherheit gibt es aber nicht, egal wie lange man überlegt.


- ellen - 24.02.2005 23:02

Hallo Switzerland,

ich möchte Dir auch gerne antworten.
Ich meine schon, das der Druck, den eine griechische Familie ausübt, ganz enorm und erdrückend sein kann, ganz beosnders sogar bei den Auslandsgriechen, die krampfhaft an ihren Wertvorstellungen von vor dreißig Jahren festhalten.
Es ist ja tatsächlich so, dass es faktisch unheimlich wenige Griechinnen mit unehelichen Kindern gibt und die, von denen ich weiß, werden auch systematisch aus dem gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt.
Wenn man davon ausgeht, dass die betreffende Dame aus einer sehr konservativen Familie kommt, kann es schon sein, dass da ein entsprechender Leidensdruck entsteht. Allerdings wäre es in einer solchen Familie ebenso unmöglich, einfach so "mir nichts, dir nichts" beim Freund einzuziehen. Meine Cousine zum Beispiel hat es als erste aus unserem Familienclan gewagt, mit ihrem Freund in Thessaloniki zusammenzuziehen, das ging aber auch nur, weil beide ofiziell schon verlobt waren.
Saloniki hat schon recht, ich kenne einige Frauen, die ohne eine Hauch von Unrechtsgefühl vier-, fünfmal abgetrieben haben. Mag sein, dass ihr dieser Schritt selbst leichter vorkommt, als eine Heirat und eine Abtreibung für sie keine moralische Problematik darstellt, so bitter das klingt.

Die Fragen, die sich mir stellen sind will sie denn im Moment wirklich kein Kind? Würde sie überhaupt heiraten wollen, wenn sie nicht schwanger wäre? Liebt sie denn ihren Freund?
Auch Dein Freund sollte sich das fragen.

Beste Grüße
ellen


- vinnie - 24.05.2005 23:34

jia sas!! habe mich eben erst registrieren lassen...nette seiten und schon ein thema was sehr ernst ist...
ich bin nun eine von diesen putanes...die schwanger geworden ist und von ihrer familie verachtet wurde...von ihrem vater verprügelt und aus dem haus geworfen...
nichts desto trotz...ich habe mich trotz allem für dieses kind endschieden...es gibt genug stattliche hilfen in manchen ländern zumindest, diese frau...muß für sich selber endscheiden...für oder gegen...und sie muß stark genug sein...es geht...manchmal wendet sich das blatt..die, die mich bespuckt haben, reden wieder mit mir und haben wieder achtung vor mir...
es ist bei mir nun 9 jahre her...ich bin wieder in die gleiche stadt gezogen...verstehe mich mit allen bestens und bin stolz darauf, auf das, was ich geschafft habe...und wenn ich meinen jungen anschaue, denke ich nur, wie könnte man nur an abtreibung und gezwungene heirat denken??seine großeltern lieben ihn mittlerweile über alles..und das größte...ich habe geheiratet, den mann den ich liebe, sogar einen griechen, obwohl mein sohn von einem anderen ist, liebt er ihn auch.
man muß es selber wollen und jede menge stärke besitzen...eure fragen beantworte ich natürlich gerne...
hoffe ich konnt was dazu tun...
ante, bis dann..varvara..


- wulla - 27.05.2005 21:28

HALLO erst mal............., also ich kann euch von einer auch ganz emotionalen aber dennoch gut ausgehenden Geschichte erzählen. Also ich habe im zarten alter von 17 Jahren meinen heutigen Lebensgefährten kennen und Lieben gelernt, er aus Nigeria(ENUGU) und ich aus dem kleinsten Dorf das Griechenland überhaupt bieten kann-zugleich auch das konservativste was heute noch existiert. Naja wir lernten uns in Düsseldorf kennen, und auch wenn ich das vorher nie geglaubt hätte ich merkte sofort ich möchte mit diesem Mann alt werden. Ich behielt diese Beziehung 5 Jahre komplett geheim vor allen, und vor allem vor meinen Eltern und zwei älteren Brüdern, obwohl ich sehr frei erzogen worden bin. Ich traf ihn täglich und später schlief ich auch über Nacht bei ihm und noch später dann auch längere zeit wie 1 woche, meine Eltern waren wie ich heute denke damals sehr locker und Fair mir gegenüber( damals empfand ich sie als sehr streng). Nach 5 Jahren wurde ich Schwanger und hatte vor mich gegen alles und jeden zu stellen der sich mir in den Weg stellte, denn durch die Schwangerschaft war ich nun stark genug um mich gegen jeden zu währen, auch gegen meinen Idol von Mann( meinen Vater). Allerdings war er garnicht so das Problem, im nach hinein kann ich sagen er war garnicht so konservativ wie ich vorher annahm, er war (und ist)der stolzeste Opa der Welt. Ich habe heute drei süsse kinder im alter von 8,3 und 1 Jahr und meine Eltern sind narrisch auf jedes einzelne, dazu gehört das meine Kinder auch in das besagte kleine dorf reisen und von allen immer in der tat blöd angeschaut werden, wenn dann mit einer leichtigkeit meine Muttersprache aus ihren Mündern kommt DANN wird gleich aus blöde redenden Gesichtern nur blöd guckende Gesichter. Denn ich erziehe meine Kinder 4-sprachig(Griechisch, Igbo (sprache meines Mannnes), Englisch und Deutsch. Ich wollte vor allem nicht das meine Kinder als Multi-Kulti kinder benachteiligt werden, und nur eine Sprache sprechen wie Deutsch oder oder oder..........! Schliesslich wird es ihnen im Leben bestimmt noch nützlich werden, denn meine kinder schauen zwar nicht aus wie typisch Griechen aber sie können denen die es ihnen auch nicht gönnen würden gleich heiss in den nacken erbrechen wenn sie rasischtisch über sie herziehen.( Denn das beherrschen die Griechen wie das Trinken von Frischem Quellwasser.........! Was ich aber bis heute beobachten muss, die Menschen die es fast gar nichts angeht haben ein viel grösseres problem damit und Urteilen manchmal zu schnell, ehe sie ihre eigenen Kinder unter der Haube haben. So sehe ich heute manche damals lästernde Mutter die auf ihre moslemischen Enkel schaut und sich schämt----warum Leute sie sind auch nur Menschen, aber ich verstehe euch; ,, Ausländer `` sind für uns Griechen schon schlimm genug für die Ehe aber noch dazu ein Moslem, doppelte strafe-denn da kann ich mit sicherheit sagen WIR (griechen) passen nicht mit Moslimen zusammen und darum bleibt wenigstens bei eurem Glauben und beweist Griechische Stärke, denn man muss sich in seiner beziehung auch entfalten können. Und auch die Griechen haben mehr als nur eine schlechte eigenschaft!!! Ich Liebe mein Heimatland trotzdem über alles HELLAS FOR EVER Sorry wollte in keinster weise diskreminierend sein, sonder ehrlich sein...........................Einen traurigen Teil habe ich mir für den letzten Satz aufbewahrt, und der ist das ich bis heute nie wieder von meinen Brüdern akzeptiert wurde, geschweige denn besucht oder angerufen. Ich bin bis heute in dieser so zuckersüssen Beziehung ohne Trauschein, denn eins wollte ich nicht ohne meine Brüder Heiraten, entweder mit meiner Familie oder gar nicht, Nein ---dieses Jahr werde ich es auch tun denn nun möchte mein Mann nicht mehr warten und ich auch nicht mehr.Sonst warten wir umsonst aufs unmögliche Happy End. Das ist der bittere und sehr schmerzhafte Teil meines Lebens. Gruss Wulla (Pieria)

P.S. Die alten Griechischen Damen sind aber nahe zu so ungeniert wie ich damals, wenn ich sagen könnte wie oft ich schon gefragt wurde ob es das wertvollste Stück meines Mannes war das den reiz an einem Afrikaner für mich ausgemacht habe.Nachdem sie erfahren haben wollen das diese meist sehr gut bestückt sind, wer auch immer diese ,,Gerüchte ´´ in die Welt gesetzt haben mag..........! Naja sie werden es wohl wissen müssen------------lach

Vielen Dank an die besten Eltern der Welt, denn die habe ich mit sicherheit und für diese würde ich auch mein Leben geben , so wie diese es für mich und meine Familie tun. Liebsten Dank


- larissa - 28.05.2005 00:31

@wulla
Ich finde deine Geschichte sehr schön. Lebe dein leben ohne Rücksicht, denn auf dich wird schließlich auch keine Rücksicht genommen.
Was ich aber traurig finde, ist dieses rassistische in GR ........
Ich dachte, dass höchstens die etwas Älteren so wären, aber so ..... Geschockt
Und was mir einen kalten Schauer auf meinen Rücken trieb, ist die Sache mit deinen Brüdern. Warum? Deine Eltern akzeptieren euch doch, warum dann nicht die Brüder? Verstehe ich nicht, die müssten das wohl eher als deine Eltern verstehen?! Es ist wirklich zum Weinen
Trotzdem alles Gute und eine schöne, unvergessliche Hochzeit wünsche ich euch! Smile

LG